Goo­gles neues Spam-Update

Seit dem 26. August 2025 ist es offi­zi­ell: Google hat das neu­este Spam-Update ver­öf­fent­licht und rollt es nun welt­weit und sprach­über­grei­fend aus. Wie gewohnt gibt es keine genaue Angabe, wie lange der Roll-out dau­ern wird und in der Zwi­schen­zeit dürf­ten viele Betreiber:innen von Web­sites unru­hig die Bewe­gun­gen in den SERPs beobachten.

Doch wie viel Grund zur Sorge besteht wirk­lich? Und was steckt kon­kret hin­ter die­sem Update?

Warum Spam-Updates wich­ti­ger denn je sind

Goo­gles Mis­sion, die Such­ergeb­nisse mög­lichst sau­ber zu hal­ten, ist alles andere als neu. Seit Jah­ren arbei­tet das Unter­neh­men daran, die Qua­li­tät der Such­ergeb­nisse zu stei­gern und Spam-Inhalte aus dem Index zu ver­ban­nen. Doch in den letz­ten Mona­ten hat sich die Lage noch ein­mal deut­lich ver­schärft. Der Grund: Die zuneh­mende Nut­zung gene­ra­ti­ver KI, ins­be­son­dere zur auto­ma­ti­sier­ten Erstel­lung rie­si­ger Men­gen an Inhal­ten, bringt nicht nur Chan­cen, son­dern auch Risi­ken mit sich.

Denn wäh­rend einige Publisher KI nut­zen, um effi­zi­en­ter hoch­wer­ti­gen Con­tent zu pro­du­zie­ren, ver­su­chen andere gezielt, die Algo­rith­men aus­zu­trick­sen. Ganze Netz­werke aus auto­ma­tisch gene­rier­ten Sei­ten, oft mit zwei­fel­haf­tem oder gar betrü­ge­ri­schem Inhalt, sor­gen dafür, dass echte Mehr­wert-Ange­bote in den Such­ergeb­nis­sen unter­ge­hen. Genau hier set­zen die Spam-Updates von Google an.

Die Grau­zo­nen der Automatisierung

Beson­ders im Fokus steht laut Google soge­nann­ter „Sca­led Con­tent Abuse“. Dabei geht es um die mas­sen­hafte Erstel­lung min­der­wer­ti­ger Inhalte mit dem pri­mä­ren Ziel, Ran­kings zu mani­pu­lie­ren. Nicht, um ech­ten Mehr­wert für Leser:innen zu lie­fern. Ob ein Text nun von einem Men­schen, einer KI oder einem Zusam­men­spiel aus bei­dem stammt, spielt dabei eine unter­ge­ord­nete Rolle. Ent­schei­dend ist der Zweck der Erstellung.

Google hat bereits 2024 seine Spam-Richt­li­nien ent­spre­chend erwei­tert. Expli­zit heißt es, dass auch die Nut­zung gene­ra­ti­ver KI als Spam gewer­tet wird, sofern der Haupt­zweck darin besteht, das Ran­king zu mani­pu­lie­ren. Damit rich­tet sich das Unter­neh­men nicht gegen KI per se, son­dern gegen deren miss­bräuch­li­che Anwen­dung. Zugleich wer­den auch andere bekannte Metho­den wie der Miss­brauch abge­lau­fe­ner Domains oder die Aus­nut­zung von Domain-Repu­ta­tion stär­ker ins Visier genommen.

Was bedeu­tet das für Dich und Deine Inhalte?

Viele, die hoch­wer­tige Inhalte pro­du­zie­ren, dürf­ten durch das Update kaum betrof­fen sein – zumin­dest nicht direkt. Trotz­dem kann es auch seriöse Web­sites tref­fen, wenn Goo­gles Sys­teme falsch-posi­tive Ein­schät­zun­gen vor­neh­men oder Signale feh­ler­haft inter­pre­tie­ren. Schwan­kun­gen in der Sicht­bar­keit soll­ten daher in den kom­men­den Wochen nicht vor­schnell als Zei­chen für Spam-Abstra­fun­gen gedeu­tet wer­den. Viel häu­fi­ger liegt die Ursa­che für Sicht­bar­keits­ver­luste in tech­ni­schen Pro­ble­men, schwa­cher inter­ner Ver­lin­kung oder man­geln­der Rele­vanz für neue Suchtrends.

Ein wei­te­res Risiko: Die Ver­wechs­lung von Sicht­bar­keit mit tat­säch­li­chem Traf­fic. Zwar lie­fern SEO-Tools eine schnelle Ori­en­tie­rung, doch die ver­läss­lichs­ten Daten bie­tet wei­ter­hin nur die Google Search Con­sole. Hier lässt sich klar erken­nen, ob Ran­king-Ver­än­de­run­gen wirk­lich Aus­wir­kun­gen auf das Besuchs­ver­hal­ten haben – oder ob es sich um reine Posi­ti­ons­ver­schie­bun­gen ohne nen­nens­werte Effekte handelt.

Sor­gen rund um die KI-getrie­bene Suche

Das Spam-Update ist nur ein Teil eines viel grö­ße­ren Wan­dels. Die zuneh­mende Inte­gra­tion von gene­ra­ti­ver KI in die Google-Suche ver­än­dert nicht nur, wie Such­ergeb­nisse aus­se­hen, son­dern auch, wie Nutzer:innen mit ihnen inter­agie­ren. Fea­tures wie AI Over­views oder der neue AI Mode, der in immer mehr Län­dern zur Ver­fü­gung steht, sor­gen dafür, dass klas­si­sche orga­ni­sche Klicks sel­te­ner wer­den. Viele Inhalte wer­den direkt auf der Ergeb­nis­seite zusam­men­ge­fasst – die Klick­reise zum eigent­li­chen Anbie­ter entfällt.

Gerade Publisher und Con­tent-Schaf­fende bli­cken des­halb mit Sorge auf diese Ent­wick­lung. Google betont, dass die Klicks über die KI-For­mate qua­li­ta­tiv hoch­wer­ti­ger seien und Nutzer:innen geziel­ter zum Ziel führ­ten. Den­noch bleibt die Angst bestehen, dass die Sicht­bar­keit zwar bleibt, der Traf­fic jedoch lang­fris­tig abnimmt.

Ein­ord­nen, nicht in Panik verfallen

Wie bei jedem Google-Update gilt: Ruhe bewah­ren. In den ers­ten Tagen nach dem Roll-out sind Aus­schläge nor­mal – sowohl nach oben als auch nach unten. Wich­tig ist, nicht vor­schnell zu reagie­ren oder gar hek­ti­sche Ände­run­gen am Con­tent vor­zu­neh­men. Statt­des­sen sollte die Ent­wick­lung sorg­fäl­tig beob­ach­tet und ana­ly­siert wer­den. Und vor allem: Nicht jeder Traf­fic­ver­lust ist auto­ma­tisch dem Update zuzu­schrei­ben. Kor­re­la­tion ist nicht gleich Kausalität.

Wer auf hoch­wer­tige Inhalte setzt, seine Ziel­gruppe kennt und sau­ber arbei­tet, wird auch die­ses Update gut über­ste­hen – selbst wenn es kurz­fris­tig zu Tur­bu­len­zen kommt. Denn am Ende geht es Google vor allem um eines: Inhalte mit ech­tem Mehr­wert, die von Men­schen für Men­schen gemacht sind. Genau dar­auf sollte auch der Fokus im Con­tent-Mar­ke­ting wei­ter­hin liegen.

Über die Autor:in

Denise Wit­ham

Mit einem Abschluss in Infor­ma­ti­ons­wis­sen­schaft und mehr als einem Jahr­zehnt Erfah­rung im digi­ta­len Mar­ke­ting lei­tet Denise bei AIX­hi­bit die gesamte Online­mar­ke­ting-Stra­te­gie für die Kun­den der Agentur.