Google Ads und KI-Übersichten: Wie Anzeigen in der neuen Suche funktionieren
Google entwickelt seine Suche weiter und setzt dabei immer stärker auf generative KI. Mit den sogenannten „Übersichten mit KI“ wird Nutzer:innen eine Art Zusammenfassung präsentiert, die komplexe Fragen schneller beantworten soll. Für Unternehmen bedeutet das: Anzeigen erscheinen nicht mehr nur ober- oder unterhalb der klassischen Suchergebnisse, sondern werden in den USA jetzt schon – und das ist neu – direkt in diese KI-Übersichten eingebettet. Klingt spannend? Ist es auch. Aber es gibt durchaus Punkte, die man kennen sollte, bevor man sich entspannt zurücklehnt.
Wie funktionieren KI-Übersichten in der Google Suche?
KI-Übersichten werden immer dann eingeblendet, wenn die Suchanfrage zu vielschichtig für eine einfache Antwort ist. Wer zum Beispiel im Sommer verzweifelt „Warum ist mein Pool grün und wie reinige ich ihn?“ googelt, erhält eine KI-Zusammenfassung mit Wasseranalysen, Reinigungstipps und Überraschung: passenden Produkten. Genau an dieser Stelle kann demnächst auch in Deutschland Werbung platziert werden.
Das Besondere daran ist, dass Nutzer:innen die Informationen und die passenden Anzeigen im direkten Kontext sehen. Statt zuerst Antworten zu lesen und dann selbst weiterzusuchen, finden sie Lösungsvorschläge und Produkte praktisch an einem Ort. Für Unternehmen bedeutet das: Die Distanz zwischen Recherche und Handlung wird kürzer.

Werbung in einem Moment, der bisher kaum erreichbar war
Hier liegt die Stärke dieses Formats: Man erreicht Menschen genau dann, wenn sie sich noch orientieren, vergleichen, überlegen, aber offen für Empfehlungen sind. Google selbst betont, dass Nutzer:innen Anzeigen in diesen KI-Übersichten als hilfreich wahrnehmen, weil sie Antworten und passende Angebote an einer Stelle bekommen.
Es ist fast so, als würde man nicht mehr auf den Moment warten müssen, in dem jemand „jetzt kaufen“ denkt, sondern schon im Stadium „Ich informiere mich gerade“ präsent sein und das mit deutlich höherer Relevanz.
Weniger Kontrolle als gewohnt
Viele Unternehmen tun sich schwer damit, dass sie keine direkte Kontrolle darüber haben, wann ihre Anzeigen innerhalb von KI-Übersichten auftauchen. Es gibt keine Option, diese Platzierungen gezielt an- oder abzuwählen. Wir haben in Gesprächen mit Kund:innen immer wieder gemerkt, dass genau das ein gewisser Unsicherheitsfaktor ist.
Hinzu kommt: Google liefert bislang keine separaten Leistungsberichte für Anzeigen in KI-Übersichten. Die Daten fließen in die Gesamtmetriken der Kampagnen ein. Wer sehr granular analysieren möchte, wird hier also Geduld mitbringen müssen.
Dass KI aktuell für viele Spannungen sorgt, zeigt sich mit der neuesten Shopping-Funktion von ChatGPT. Sie eröffnet Unternehmen zwar spannende Möglichkeiten, schränkt jedoch gleichzeitig die Kontrolle über Sichtbarkeit und Platzierungen in den Chatverläufen deutlich ein.
Sorgen um Markenwahrnehmung und Nutzerreaktionen
Ein weiterer Punkt betrifft die Markenwahrnehmung. Wenn Werbung so eng mit KI-generierten Inhalten verknüpft ist, fragen sich viele: Wie wirkt das eigentlich auf meine Zielgruppe? Unsere Beobachtung: Nutzer:innen empfinden diese Anzeigen weniger störend, weil sie im direkten Kontext der Frage erscheinen. Aber ja, es braucht ein Feingefühl bei der Gestaltung. Wir haben bei einem B2B-Kunden testweise neutrale, faktenbasierte Anzeigentexte durch emotionalere Varianten ersetzt und die emotionaleren funktionierten in diesem Umfeld deutlich besser.
Das zeigt: Es reicht nicht, einfach die bestehenden Ads laufen zu lassen. Anzeigen in KI-Übersichten müssen so formuliert sein, dass sie sich organisch in den Informationsfluss einfügen, ohne wie ein Fremdkörper zu wirken.
Mehr Automatisierung und neue Anforderungen
Technisch verändert sich ebenfalls einiges. Damit Anzeigen in KI-Übersichten erscheinen, bevorzugt Google automatisierte Kampagnenstrukturen. Wer bisher stark auf enge Keyword-Listen oder manuelle Gebotsstrategien gesetzt hat, muss umdenken. Weitgehend passende Keywords, Smart Bidding und Performance Max werden zu zentralen Werkzeugen.
Besonders im E‑Commerce kommt es auf gepflegte Produktfeeds an. Nur mit aktuellen Preisen, sauberen Beschreibungen und aussagekräftigen Bildern ist sichergestellt, dass Anzeigen auch in den relevantesten Momenten ausgespielt werden.
Ein Blick nach vorn
Auch wenn Anzeigen direkt in KI-Übersichten bislang nur in den USA verfügbar sind, ist die Richtung klar: Google entwickelt die Suche zu einem kuratierten Informationsraum, in dem Werbung nahtlos integriert ist. Wer wartet, bis diese Formate breit ausgerollt sind, verpasst die Lernkurve.
Aus unserer Arbeit mit Kund:innen sehen wir: Die Unternehmen, die jetzt testweise mit offenen Keyword-Strategien, automatisierten Gebotsmethoden und optimierten Creatives arbeiten, haben später einen klaren Vorsprung. Sie verstehen nicht nur besser, wie ihre Zielgruppen in diesem neuen Umfeld reagieren, sondern profitieren auch früh von Reichweiten, die Wettbewerber noch gar nicht nutzen.
Kurz gesagt: KI-Übersichten sind nicht das ferne Zukunftsthema, als das es noch vor wenigen Monaten wirkte. Sie sind real, sie verändern die Suche – und es lohnt sich, jetzt den Fuß in die Tür zu setzen, bevor sich das Feld verengt.










