ChatGPT Ads star­ten in Deutschland

Jetzt ist es soweit: Heute star­ten ChatGPT Ads in Deutsch­land und in 30 wei­te­ren euro­päi­schen Ländern.

Zum Start gibt es aller­dings eine wich­tige Ein­schrän­kung: Self Ser­vice ist in Europa noch nicht all­ge­mein ver­füg­bar. Wer­be­kam­pa­gnen lau­fen zunächst über das Ope­nAI Ads Solu­ti­ons Team, Part­ner­agen­tu­ren und Tech­no­lo­gie­part­ner. Der Ads Mana­ger zur eigen­stän­di­gen Nut­zung soll spä­ter im lau­fen­den Quar­tal folgen.

Anzei­gen sol­len laut Ope­nAI klar von den regu­lä­ren Ant­wor­ten getrennt sein und die Ant­wor­ten von ChatGPT nicht beein­flus­sen. Aus­ge­spielt wer­den sie zunächst für Nut­zer der Tarife Free und Go. Plus, Pro, Busi­ness, Enter­prise und Edu blei­ben laut Ope­nAI wer­be­frei. Auch Kon­ten, bei denen Ope­nAI davon aus­geht, dass sie Per­so­nen unter 18 Jah­ren gehö­ren, sol­len keine Anzei­gen sehen.

Für Unter­neh­men ist das ein span­nen­der Schritt. Aber nicht jeder neue Wer­be­ka­nal ist auto­ma­tisch ein rele­van­ter Wachs­tums­ka­nal. Genau des­halb lohnt sich ein nüch­ter­ner Blick.

Warum ChatGPT Ads rele­vant werden

Google Ads errei­chen Men­schen häu­fig in einem Moment mit kla­rer Such­in­ten­tion. Jemand sucht nach einem Pro­dukt, einer Dienst­leis­tung oder einer kon­kre­ten Lösung. Bei Meta oder Lin­ke­dIn ent­steht der Kon­takt oft frü­her im Ent­schei­dungs­pro­zess. Dort geht es stär­ker um Auf­merk­sam­keit, Inter­esse und Zielgruppenansprache.

ChatGPT liegt in einem ande­ren Nut­zungs­kon­text. Viele Nut­zer stel­len Fra­gen, ver­glei­chen Optio­nen, las­sen sich Vor- und Nach­teile erklä­ren oder berei­ten Ent­schei­dun­gen vor. Genau in die­sen Momen­ten kön­nen Anzei­gen künf­tig ein­ge­bun­den werden.

Das macht ChatGPT Ads nicht auto­ma­tisch bes­ser als bestehende Kanäle. Aber es ent­steht ein zusätz­li­cher Kon­takt­punkt zwi­schen Suche, Con­tent-Mar­ke­ting und Per­for­mance Advertising.

Inter­es­sant kann das vor allem für Ange­bote sein, bei denen Men­schen vor einer Ent­schei­dung mehr Infor­ma­tio­nen brau­chen. Dazu zäh­len zum Bei­spiel erklä­rungs­be­dürf­tige Dienst­leis­tun­gen, Soft­ware, Wei­ter­bil­dung, Rei­sen, Finanz- oder Ver­si­che­rungs­pro­dukte, B2B-Ange­bote und E‑Com­merce-Pro­dukte mit höhe­rem Beratungsbedarf.

Die zen­trale Frage lau­tet aber nicht: Ist ChatGPT Ads neu? Son­dern: Erreicht der Kanal Men­schen in einer Phase, die für unser Geschäfts­mo­dell mess­bar rele­vant ist?

Diese Frage lässt sich erst mit belast­ba­ren Kam­pa­gnen­da­ten beantworten.

Was Ope­nAI aktu­ell zur Wer­be­platt­form kommuniziert

Ope­nAI posi­tio­niert ChatGPT Ads nicht nur als Bran­ding­for­mat. Laut Unter­neh­men wur­den in den ver­gan­ge­nen Mona­ten Funk­tio­nen auf­ge­baut, die aus ande­ren Per­for­mance-Mar­ke­ting-Kanä­len bekannt sind.

Dazu gehö­ren CPM- und CPC-Gebote, con­ver­si­o­nop­ti­mierte CPC-Gebote, geo­gra­fi­sches Tar­ge­ting, Cus­tom Audi­en­ces, der Ope­nAI Pixel, eine Con­ver­si­ons API und Inte­gra­tio­nen für Drittanbieter-Messlösungen.

Das zeigt: Ope­nAI will Wer­bung in ChatGPT mess­bar machen und nicht nur Reich­weite verkaufen.

Trotz­dem soll­ten Unter­neh­men hier vor­sich­tig blei­ben. Gerade bei neuen Platt­for­men ist die tech­ni­sche Ver­füg­bar­keit einer Funk­tion noch kein Beweis für ihre wirt­schaft­li­che Qua­li­tät. Con­ver­sion Track­ing, Attri­bu­tion und Ziel­grup­pen­steue­rung müs­sen sich im euro­päi­schen Markt erst bewähren.

Wich­tig ist auch die Ein­ord­nung inner­halb der gesam­ten Cus­to­mer Jour­ney. Eine Cus­to­mer Jour­ney beschreibt den Weg, den Men­schen von der ers­ten Recher­che bis zur Ent­schei­dung durch­lau­fen. ChatGPT Ads kön­nen in die­sem Weg eine neue Rolle spie­len. Ob sie Nach­frage erzeu­gen, bestehende Nach­frage abfan­gen oder vor allem unter­stüt­zend wir­ken, wird je nach Bran­che sehr unter­schied­lich ausfallen.

Wel­che Kenn­zah­len wirk­lich rele­vant sind

Bei neuen Wer­be­ka­nä­len schauen viele zuerst auf Klick­preise und Klick­ra­ten. Das ist ver­ständ­lich, aber zu kurz gedacht.

Ein nied­ri­ger CPC macht einen Kanal nicht auto­ma­tisch pro­fi­ta­bel. Und eine hohe Klick­rate sagt wenig dar­über aus, ob dar­aus gute Anfra­gen, Neu­kund oder Umsatz entstehen.

Für eine wirt­schaft­li­che Bewer­tung sind vor allem diese Fra­gen entscheidend:

  • Wie hoch ist die Con­ver­sion Rate?
  • Was kos­tet eine qua­li­fi­zierte Anfrage oder ein Neukunde?
  • Wel­cher Umsatz ent­steht aus den Kampagnen?
  • Wie gut sind die Leads im Ver­gleich zu Google Ads, Meta oder LinkedIn?
  • Trägt der Kanal zusätz­li­ches Geschäft bei oder ver­schiebt er nur bestehende Kontakte?
  • Wel­che Rolle spielt ChatGPT Ads unter­stüt­zend vor einer spä­te­ren Conversion?

Gerade der letzte Punkt ist wich­tig. Es kann sein, dass ChatGPT Ads nicht immer der letzte Klick vor der Con­ver­sion sind. Der Kanal könnte frü­her im Ent­schei­dungs­pro­zess wir­ken, etwa wenn Nut­zer Optio­nen ver­glei­chen oder sich eine erste Markt­über­sicht verschaffen.

Das macht die Bewer­tung anspruchs­vol­ler. Unter­neh­men soll­ten des­halb nicht nur Last-Click-Con­ver­si­ons betrach­ten, son­dern auch Assis­ted Con­ver­si­ons, Lead­qua­li­tät und tat­säch­li­chen Umsatz einbeziehen.

Orga­ni­sche Sicht­bar­keit und Wer­bung sind zwei unter­schied­li­che Themen

Rund um KI-Suche und Gene­ra­tive Engine Opti­miza­tion, kurz GEO, ent­steht der­zeit viel Unsi­cher­heit. GEO beschreibt Maß­nah­men, mit denen Unter­neh­men ihre Inhalte so auf­be­rei­ten, dass sie von gene­ra­ti­ven KI-Sys­te­men bes­ser ver­stan­den und mög­li­cher­weise als Quelle berück­sich­tigt werden.

Dabei ent­steht schnell der Ein­druck, Unter­neh­men könn­ten sich eine bes­sere Sicht­bar­keit in ChatGPT ein­fach über Wer­bung erkau­fen. Das ist nach aktu­el­ler Ope­nAI-Kom­mu­ni­ka­tion nicht der Fall.

Anzei­gen und regu­läre Ant­wor­ten sol­len getrennt sein. Eine Anzeige sollte also nicht dazu füh­ren, dass ein Unter­neh­men auto­ma­tisch häu­fi­ger in nor­ma­len ChatGPT-Ant­wor­ten genannt wird.

Für Unter­neh­men bedeu­tet das: Orga­ni­sche KI-Sicht­bar­keit und Paid Adver­ti­sing müs­sen stra­te­gisch getrennt betrach­tet werden.

Orga­ni­sche Sicht­bar­keit ent­steht eher dadurch, dass ein Unter­neh­men im Web nach­voll­zieh­bar, kon­sis­tent und glaub­wür­dig prä­sent ist. Dazu gehö­ren klare Leis­tungs­be­schrei­bun­gen, struk­tu­rierte Inhalte, ver­trau­ens­wür­dige Quel­len, externe Erwäh­nun­gen, aktu­elle Unter­neh­mens­in­for­ma­tio­nen und hilf­rei­che Inhalte, die echte Fra­gen beantworten.

Paid Adver­ti­sing in ChatGPT ist dage­gen ein­ge­kaufte Reich­weite. Hier zäh­len Kam­pa­gnen­struk­tur, Tar­ge­ting, Gebote, Anzei­gen­qua­li­tät, Landing­pa­ges und Tracking.

Bei­des kann sich ergän­zen. Aber es ist nicht dasselbe.

Daten­schutz und Track­ing müs­sen vor dem ers­ten Test geklärt sein

Für deut­sche Unter­neh­men ist die tech­ni­sche Seite beson­ders wich­tig. Wenn Ope­nAI Pixel, Con­ver­si­ons API oder Cus­tom Audi­en­ces ein­ge­setzt wer­den, berührt das Fra­gen zu Daten­schutz, Ein­wil­li­gung und Datenverarbeitung.

Vor einem Kam­pa­gnen­start sollte des­halb geklärt wer­den, wel­che Daten an Ope­nAI über­tra­gen wer­den, auf wel­cher Rechts­grund­lage dies geschieht und ob die Con­sent Manage­ment Plat­form ange­passt wer­den muss. Auch Daten­schutz­er­klä­rung, Wider­rufs­pro­zesse und mög­li­che Rol­len­ver­tei­lun­gen zwi­schen Unter­neh­men, Agen­tur, Tech­no­lo­gie­part­ner und Ope­nAI soll­ten geprüft werden.

Das ist kein for­ma­ler Neben­schau­platz. Gerade bei neuen Platt­for­men ist es ris­kant, Track­ing ein­fach zu akti­vie­ren, nur weil die Funk­tion tech­nisch ver­füg­bar ist.

Die kon­krete Bewer­tung hängt vom jewei­li­gen Setup ab. Unter­neh­men soll­ten des­halb früh­zei­tig Daten­schutz, Recht, Mar­ke­ting und Tech­nik zusammenbringen.

Für wen ein frü­her Test sinn­voll sein kann

Nicht jedes Unter­neh­men muss ChatGPT Ads sofort tes­ten. Ein frü­her Test kann sinn­voll sein, wenn ein Ange­bot erklä­rungs­be­dürf­tig ist, die Ziel­gruppe inten­siv recher­chiert und bereits aus­rei­chend Bud­get für einen sau­be­ren Test vor­han­den ist.

Wich­tig sind außer­dem klar defi­nierte Con­ver­sion-Ziele, funk­tio­nie­ren­des Track­ing, belast­bare Ver­gleichs­werte aus bestehen­den Kanä­len und genü­gend Con­ver­sion-Volu­men, um Ergeb­nisse nicht überzuinterpretieren.

Bei sehr klei­nen Bud­gets kann es sinn­vol­ler sein, bestehende Kanäle zuerst sau­ber aus­zu­schöp­fen. Ein neuer Kanal bringt nur dann Erkennt­nisse, wenn genug Daten ent­ste­hen, um Ent­schei­dun­gen tref­fen zu können.

Ein Test sollte des­halb nicht aus Neu­gier gestar­tet wer­den, son­dern mit einer kla­ren Hypothese.

Zum Bei­spiel:

  • Errei­chen wir über ChatGPT Ads Nut­zer frü­her in der Recher­che­phase als über Google Search?
  • Gewin­nen wir zusätz­li­che qua­li­fi­zierte Leads oder nur güns­ti­gere Klicks?
  • Funk­tio­niert der Kanal bes­ser für bera­tungs­in­ten­sive Ange­bote als für ein­fa­che Produkte?
  • Wie unter­schei­det sich die Lead­qua­li­tät von bestehen­den Paid-Kanälen?

Sol­che Fra­gen hel­fen, den Test stra­te­gisch zu füh­ren statt nur erste Kam­pa­gnen­da­ten zu sammeln.

Was Unter­neh­men jetzt kon­kret vor­be­rei­ten sollten

Der sinn­vollste erste Schritt ist nicht zwin­gend eine sofor­tige Kam­pa­gne. Oft ist die bes­sere Vor­be­rei­tung eine ehr­li­che Bestandsaufnahme.

  • Sind die eige­nen Inhalte ver­ständ­lich, aktu­ell und fach­lich belastbar?
  • Sind Pro­dukte, Leis­tun­gen und Ziel­grup­pen klar beschrieben?
  • Gibt es Landing­pa­ges, die Fra­gen wirk­lich beant­wor­ten und nicht nur verkaufen?
  • Ist das Track­ing so auf­ge­setzt, dass Lead­qua­li­tät und Umsatz bewer­tet wer­den können?
  • Sind Daten­schutz­fra­gen geklärt?
  • Gibt es Ver­gleichs­werte aus Google Ads, Meta, Lin­ke­dIn oder ande­ren Kanälen?

Diese Grund­la­gen wer­den durch ChatGPT Ads nicht weni­ger wich­tig. Im Gegen­teil: Je bera­tungs­in­ten­si­ver der Nut­zungs­kon­text ist, desto stär­ker zählt die Qua­li­tät der Infor­ma­tio­nen nach dem Klick.

Eine Anzeige kann Auf­merk­sam­keit erzeu­gen. Die Ent­schei­dung ent­steht aber auf Basis von Ver­trauen, Rele­vanz und nach­voll­zieh­ba­rem Nutzen.

Unsere Ein­schät­zung als Agentur

ChatGPT Ads sind aktu­ell kein Ersatz für Google Ads, Meta oder Lin­ke­dIn. Der Kanal erwei­tert viel­mehr die Zahl mög­li­cher Kon­takt­punkte in der Cus­to­mer Journey.

Das ist rele­vant, aber kein Grund für über­stürzte Budgets.

Für Unter­neh­men lohnt sich ein struk­tu­rier­ter Blick auf ChatGPT Ads, wenn sie genü­gend Bud­get, sau­be­res Track­ing und ein Ange­bot mit ech­tem Recher­che­be­darf haben. Dann kann ein kon­trol­lier­ter Test wert­volle Erkennt­nisse liefern.

Gleich­zei­tig sollte nie­mand erwar­ten, dass ChatGPT Ads kurz­fris­tig alle bestehen­den Per­for­mance-Kanäle über­ho­len. Die Platt­form ist jung, euro­päi­sche Erfah­rungs­werte feh­len noch weit­ge­hend, und viele Fra­gen zu Attri­bu­tion, Lead­qua­li­tät und Ska­lier­bar­keit wer­den sich erst in der Pra­xis beantworten.

Quelle: https://​ope​nai​.com/​d​e​-​D​E​/​i​n​d​e​x​/​c​h​a​t​g​p​t​-​a​d​s​-​e​x​p​a​n​d​s​-​a​c​r​o​s​s​-​e​u​r​o​pe/

Bei der Erstel­lung die­ses Tex­tes und des beglei­ten­den Bild­ma­te­ri­als ist mög­li­cher­weise gene­ra­tive KI als Hilfs­mit­tel ein­ge­setzt wor­den. Der Text ist jedoch nicht voll­stän­dig KI-gene­riert! Die betrof­fe­nen Pas­sa­gen wur­den in jedem Fall redak­tio­nell geprüft.

Über die Autor:in

Denise Wit­ham

Mit einem Abschluss in Infor­ma­ti­ons­wis­sen­schaft und mehr als einem Jahr­zehnt Erfah­rung im digi­ta­len Mar­ke­ting lei­tet Denise bei AIX­hi­bit die gesamte Online­mar­ke­ting-Stra­te­gie für die Kun­den der Agentur.