Bar­rie­re­frei­heit auf Social Media: So gestal­test du bar­rie­re­freie Social-Media-Beiträge

Seit dem im Juni in Kraft getre­te­nen Bar­rie­re­frei­heits­stär­kungs­ge­setz ist Bar­rie­re­frei­heit kein Nischen­thema mehr. Trotz­dem wer­den Social-Media-Bei­träge oft so gestal­tet, dass ein Teil der Nutzer:innen aus­ge­schlos­sen bleibt – sei es durch feh­lende Bild­be­schrei­bun­gen, unles­bare Kon­traste oder über­mä­ßig ein­ge­setzte Emo­jis. Dabei ist bar­rie­re­freier Con­tent kein Hexen­werk, son­dern eine Frage der Acht­sam­keit. In die­sem Bei­trag neh­men wir mal die Bar­rie­re­frei­heit auf Social Media genauer unter die Lupe und klä­ren, wie bar­rie­re­freie Social-Media-Bei­träge aus­se­hen müssen.

Warum Bar­rie­re­frei­heit auf Social Media wich­tig ist

Social Media lebt von Reich­weite und Aus­tausch. Doch wenn Inhalte nicht für alle zugäng­lich sind, grenzt das ganze Grup­pen aus: Men­schen mit Seh­be­hin­de­run­gen, mit Hör­be­ein­träch­ti­gun­gen oder mit neu­ro­lo­gi­schen Ein­schrän­kun­gen. Bar­rie­re­frei­heit sorgt dafür, dass Deine Bot­schaf­ten wirk­lich bei allen ankom­men und sie macht Dei­nen Con­tent ins­ge­samt nutzerfreundlicher.

1. Bil­der mit Alter­na­tiv­text versehen

Jedes Bild sollte eine kurze, prä­gnante Beschrei­bung ent­hal­ten. Diese soge­nann­ten Alt-Texte hel­fen Screenreader-Nutzer:innen, den Bild­in­halt zu ver­ste­hen. Wich­tig ist, den Kern des Bil­des zu beschrei­ben, nicht jedes Detail. Wenn auf der Gra­fik ein Text, der zum Ver­ständ­nis des Inhalts bei­trägt, dann nutze den bereits bestehen­den Text als Alt-Text. Mehr zum rich­ti­gen Ein­satz von ALT-Tex­ten.

2. Auf aus­rei­chende Kon­traste achten

Texte, die über Bil­der oder far­bige Hin­ter­gründe gelegt wer­den, brau­chen starke Kon­traste. Die Emp­feh­lung: min­des­tens ein Ver­hält­nis von 4,5:1. So bleibt die Schrift auch für Men­schen mit Seh­schwä­che lesbar.

3. Infor­ma­tio­nen nicht nur durch Far­ben transportieren

Far­ben sind ein tol­les Gestal­tungs­ele­ment, aber sie dür­fen nicht das ein­zige Mit­tel sein, um Infor­ma­tio­nen zu ver­mit­teln. In Info­gra­fi­ken oder Dia­gram­men sollte man Far­ben daher mit Sym­bo­len, Beschrif­tun­gen oder Mus­tern kom­bi­nie­ren. Bei­spiels­weise reicht ein roter Kreis auf der Gra­fik nicht aus, um ein No-Go zu verdeutlichen.

4. Emo­jis spar­sam einsetzen

Ein paar Emo­jis lockern Texte auf. Doch zu viele davon machen Bei­träge für Screenreader-Nutzer:innen zur Qual. Emo­jis wer­den näm­lich ein­zeln vor­ge­le­sen – und aus 🎉🎉🎉🎉 wird schnell ein end­lo­ses „Party-Pop­per, Party-Pop­per, Party-Popper…“.

5. Hash­tags in Camel­Case schreiben

Hash­tags soll­ten #SoAus­Se­hen statt #soaus­se­hen. Die Groß­buch­sta­ben tren­nen die Wör­ter, sodass Screen­rea­der sie ver­ständ­lich vorlesen.

6. Keine künst­lich for­ma­tier­ten Texte nutzen

Tools, die fette oder kur­sive Schrift­ar­ten für Lin­ke­dIn und Co. anbie­ten, sehen zwar fancy aus, sind aber für Screen­rea­der unles­bar. Bleib lie­ber bei den Stan­dard-Schrift­for­ma­ten der Plattform.

7. Videos immer mit Untertiteln

Unter­ti­tel sind unver­zicht­bar für Men­schen mit Hör­be­hin­de­rung, aber auch prak­tisch für alle, die gerade kei­nen Ton ein­schal­ten kön­nen. Die beste Lösung: Unter­ti­tel direkt ins Video inte­grie­ren oder auto­ma­tisch gene­rierte Unter­ti­tel nachbearbeiten.

8. Auf blin­kende Inhalte verzichten

Stark blin­kende Ani­ma­tio­nen oder GIFs kön­nen unan­ge­nehme Neben­wir­kun­gen haben – von Kopf­schmer­zen bis hin zu epi­lep­ti­schen Anfäl­len. Daher: lie­ber ruhi­gere Ani­ma­tio­nen wählen.

9. Audio­deskrip­tion für visu­elle Videos

Wenn ein Video sehr visu­ell arbei­tet, kön­nen Audio­deskrip­tio­nen hel­fen. Dabei wer­den wich­tige Bild­in­halte zusätz­lich per Ton beschrie­ben, sodass auch blinde Nutzer:innen fol­gen können.

Fazit: Kleine Schritte, große Wirkung

Bar­rie­re­frei­heit bedeu­tet nicht, dass Du Dei­nen Con­tent kom­plett umkrem­peln musst. Oft sind es kleine Anpas­sun­gen – wie Alt-Texte, Unter­ti­tel oder klare Kon­traste –, die große Unter­schiede machen. Wer Social-Media-Inhalte bar­rie­re­frei gestal­tet, sorgt nicht nur für mehr Inklu­sion, son­dern erreicht auch eine grö­ßere Zielgruppe.

Bar­rie­re­frei­heit ist also kein „Extra“, son­dern sollte fes­ter Bestand­teil jeder Con­tent-Stra­te­gie sein.

Über die Autor:in

Denise Wit­ham

Mit einem Abschluss in Infor­ma­ti­ons­wis­sen­schaft und mehr als einem Jahr­zehnt Erfah­rung im digi­ta­len Mar­ke­ting lei­tet Denise bei AIX­hi­bit die gesamte Online­mar­ke­ting-Stra­te­gie für die Kun­den der Agentur.