Alt-Texte richtig schreiben: So werden Bilder zugänglich und SEO-stark
Alt-Texte wirken unscheinbar. Technisch sind sie klein, strategisch jedoch groß. Sie verbessern die Barrierefreiheit, unterstützen Suchmaschinen beim Verstehen von Bildern und sorgen zusätzlich für eine bessere Nutzererfahrung. Trotzdem werden sie häufig vergessen oder nur nebenbei gepflegt. Genau hier liegt jedoch viel ungenutztes Potenzial.
Wenn Du bereits Zeit und Budget in Inhalte investierst, solltest Du deshalb auch sicherstellen, dass wirklich alle Menschen und Systeme diese Inhalte erfassen können. Alt-Texte sind dafür ein einfacher, aber sehr wirkungsvoller Hebel.
Was Alt-Texte eigentlich leisten
Alt-Texte, also alternative Bildbeschreibungen, werden von Screenreadern vorgelesen. Sie kommen immer dann zum Einsatz, wenn Bilder nicht gesehen werden können oder technisch nicht geladen werden. Dadurch beschreiben sie, was auf dem Bild zu erkennen ist, und stellen sicher, dass Informationen nicht verloren gehen.
Damit erfüllen sie gleich zwei zentrale Aufgaben.
Erstens: digitale Barrierefreiheit. Menschen mit Sehbeeinträchtigungen erhalten Zugang zu Bildinhalten, die sonst unsichtbar bleiben würden. Ohne Alt-Text gehen diese Informationen hingegen vollständig verloren.
Zweitens: Suchmaschinenverständnis. Google kann Bilder nicht wie Menschen interpretieren. Deshalb hilft der Alt-Text der Suchmaschine, den Bildinhalt thematisch einzuordnen. Dadurch steigt die inhaltliche Relevanz einer Seite, was sich wiederum positiv auf die Sichtbarkeit auswirken kann, insbesondere in der Bildersuche.
Wichtig ist jedoch die strategische Einordnung. Nicht jedes Bild braucht automatisch eine inhaltliche Beschreibung.
Wann ein Alt-Text sinnvoll ist und wann nicht
Ein Alt-Text soll Informationen zugänglich machen, die sonst fehlen würden. Wenn ein Bild allerdings nur dekorativ ist oder exakt das wiederholt, was direkt daneben im Text steht, entsteht kein zusätzlicher Mehrwert.
Beispiel: Über einer Grafik steht die Überschrift „Bearbeitungszeit Deines Antrags“. Daneben ist eine einfache Uhr abgebildet.
Ein Alt-Text wie „Bearbeitungszeit Deines Antrags“ wäre in diesem Fall redundant. Die Information ist bereits vorhanden, während das Bild nur visuell unterstützt. Deshalb kann der Alt-Text hier leer bleiben.
Strategisch gedacht heißt das also: Alt-Texte sind kein Pflichtfeld zum Befüllen, sondern ein Werkzeug zur sinnvollen Informationsergänzung.
Wie gute Alt-Texte entstehen
Ein guter Alt-Text beschreibt sachlich, was sichtbar ist. Gleichzeitig verzichtet er auf Interpretation, Bewertung oder werbliche Sprache. Dadurch bleibt die Beschreibung neutral und für Screenreader gut verständlich. Diese Prinzipien haben sich in der Praxis besonders bewährt.
Beschreiben statt deuten
Schreibe, was zu sehen ist, nicht was das Bild angeblich „aussagt“.
Schlecht: „Erfolgreiches Beratungsgespräch“
Besser: „Zwei Personen sitzen an einem Tisch mit Laptop und Notizen“
Kurz und klar formulieren
Idealerweise bleibt der Text bei maximal etwa 125 Zeichen. So wird er von Screenreadern vollständig vorgelesen, ohne abgeschnitten zu werden.
Kontext berücksichtigen
Der Alt-Text sollte immer die Funktion des Bildes im jeweiligen Inhalt unterstützen. Dasselbe Bild kann daher je nach Umfeld unterschiedlich beschrieben werden.
Keywords nur, wenn sie natürlich passen
Im SEO-Kontext dürfen relevante Suchbegriffe enthalten sein, sofern sie sich organisch einfügen. Werden jedoch einfach Keywords aneinandergereiht, wirkt das unnatürlich und kann sich sogar negativ auswirken.
Nicht mit „Bild von“ beginnen
Screenreader kündigen Bilder bereits an. Diese Information ist also überflüssig und nimmt nur wertvollen Platz ein.
Auf saubere Sprache achten
Klare Satzstruktur und korrekte Zeichensetzung helfen zusätzlich, damit Screenreader den Text verständlich vorlesen können.
Beispiele aus der Praxis
Ungünstig:
„Bild von Mann im Büro mit Laptop, SEO, Online-Marketing, Agentur, Social Media“
Besser:
„Mann arbeitet mit Laptop in moderner Agentur“
Ungünstig:
„Frau lacht“
Besser:
„Frau sitzt lächelnd an einem Schreibtisch mit Kaffeetasse“
Warum sich der Aufwand strategisch lohnt
Alt-Texte zahlen auf mehrere Ziele gleichzeitig ein. Einerseits verbesserst Du die Zugänglichkeit Deiner Inhalte, andererseits stärkst Du die strukturelle Qualität Deiner Website. Du unterstützt Suchmaschinen dabei, Deine Inhalte besser zu verstehen, wodurch zusätzliche Sichtbarkeit entstehen kann. Gleichzeitig zeigst Du, dass Barrierefreiheit für Dich kein Nebenthema ist, sondern Teil professioneller digitaler Kommunikation.
Außerdem wirkt sich die Sorgfalt bei solchen Details langfristig auf die Gesamtwahrnehmung Deiner Marke aus. Inhalte wirken durchdachter, strukturierter und hochwertiger. Alt-Texte sind deshalb kein technisches Randthema für Entwickler:innen. Sie sind ein strategisches Element guter Online-Kommunikation. Wenn Du sie konsequent mitdenkst, verbesserst Du Reichweite, Nutzererfahrung und Inklusion zugleich.










